1 Jahr lang nichts kaufen – März-Bericht

Der März war kein guter Monat für mein Vorhaben. Zum einen habe ich ein batteriefähiges Digitalradio gekauft (und ein gebrauchtes Analoges), weil ich gebraucht keines gefunden hatte. Das wäre aufgrund der gegenwärtigen Situation wahrscheinlich noch verständlich. Weniger verständlich ist aber die Anschaffung eines neuen Verstärkers und CD-Players. Das hat eine kleine Geschichte und hängt damit zusammen, dass ich (endlich) den Keller ausgemistet habe:

Wie man sieht war das eine sehr erfolgreiche Aufräumaktion, und dabei sind mir auch meine CDs wieder in die Hände gefallen. Ergibt es Sinn, dass ich sie im Keller habe? Nein. Was will ich damit im Keller? Darauf hoffen, dass sie irgendwann wieder mehr Geld wert sein werden? Zum Teil sind da wirklich tolle Erinnerungen bei. Ich bin zwar nicht ganz sicher, dass ich Nick Cave mit The Birthday Party noch oft hören werde, aber ab und zu…

Nun, ich habe keinen CD-Player mehr (das macht das mit den CDs im Keller noch bescheuerter). Vor einem Jahr hatte ich mir einen neuen Plattenspieler bei einem Fachhändler gekauft (ich hatte keine Ahnung und wollte eine Beratung haben) und meine Schallplatten aus dem Keller geholt. Mit dem dazu gekauften Verstärker (ein NAD Amp 1) war ich allerdings nicht so richtig zufrieden. Und so standen im Wohnzimmer zwei große Apple Homepods für gestreamte Musik und Apple TV sowie zwei Hifi-Lautsprecher für Platten plus der ungeliebte Verstärker und der Plattenspieler.

Der Plattenspieler war eine gute Idee, weil Vodafone uns im letzten Quartal zwei Male mindestens drei Tage offline liess und Märchenschallplatten immer noch viel Geld bei eBay bringen. Die Apple HomePods waren da kaum zu gebrauchen. Apple TV mit dem Verstärker ging allerdings auch nicht wirklich gut. Insgesamt zu viel Gerümpel und Nerv. Ich wollte weniger. Wieder zu dem Laden. Von meinen “Problemchen” erzählt. Die Wahl fiel auf ein teureres Gerät, das alles kann, was ich will und mir auch für die nächsten 20 Jahre Ruhe geben soll. Apple HomePods verkauft (gingen innerhalb von 2 Tagen weg für den Preis, den ich wollte), der alte Verstärker wurde für den Kaufpreis zurückgenommen (nach einem Jahr, ein Grund mehr bei einem Fachhändler zu kaufen).

Was hat es mit Minimalismus zu tun, so viel Geld für eine Hifi-Anlage auszugeben? Zunächst einmal nichts. Sicherlich wäre es auch gebraucht gegangen (wenn ich Ahnung hätte), und Musik hätte ich auch mit einer schlechteren Anlage hören können. Aber Minimalismus bedeutet nicht, dass man keine Freude mehr im Leben haben soll. Im Gegenteil. Musik macht mir unendlich Freude. Vielleicht nicht das Stück von The Birthday Party oben (wobei ich es immer noch gut finde), aber ich höre sehr viel Musik, und mir ist auch die Aufnahmequalität wichtig. Momentan hat es mir das Klavierkonzert Nr. 3 von Beethoven sehr angetan. Das höre ich in verschiedenen Interpretationen, von Gould/Karajan über Gould/Bernstein hin zu Zacharias/Gewandhausorchester. Und ja, da macht eine gute Anlage einen Unterschied. Und ich habe hier auch etwas gelernt: Ich dachte, dass ich mit der Minimalkonfiguration zurecht kommen würde und habe damit am Ende des Tages zwei Mal gekauft (zum Glück nicht mehr ausgegeben Dank der Kulanz des Fachhändlers). Was ich auch noch gelernt habe: In der öffentlichen Bibliothek um die Ecke gibt es auch Kinder-CDs zum Ausleihen. Die erste CD in meinem neuen CD-Player war Drache Kokosnuss.

Es kam noch ein neues Buch im März an. Das hatte ich im Februar 2021 bestellt, der Autor hatte anscheinend mehrmals den Abgabetermin gerissen. Und beinahe hätte ich es vergessen, die Fahrradhalter im Keller gab es auch nur neu, so wie ich sie brauchte.

Insgesamt habe ich im März knapp 1.000€ ausgegeben, nach Abzug der verkauften Sachen. Damit bin ich eigentlich noch sehr zufrieden.

Growney, Scalable Capital, Bondora und Estateguru

Dies ist keine Finanzberatung

Über Scalable Capital habe ich eigentlich schon genug geschrieben, aber ein kleines Update habe ich schon: Wenn man einmal ein Portfolio geschlossen hat, dann kann man kein neues mehr unter derselben E-Mail-Adresse anlegen. Anders gesagt: Ich wurde gebeten, ein neues Portfolio doch bitte mit einer anderen E-Mail-Adresse zu veröffentlichen. Das mache ich natürlich nicht. Wenn Scalable Capital das gelöst kriegt, dann eröffne ich dort wieder ein RoboAdvisor-Portfolio. Momentan nutze ich dann nur den Direct Broker. Über diesen Linkerhalte ich eine kleine Gebühr für die Werbung.

Warum überhaupt Scalable Capital, wenn ich doch so happy bin mit Growney? Ganz einfach: Growney ist sicherlich extrem einfach nutzbar und wirklich meine Empfehlung für all diejenigen, die wenig Zeit und wenig Ahnung haben. Aber, und das ist für eher erfahrene Anleger nicht so witzig, die Daten bei Growney werden nicht besonders häufig aktualisiert. Man hat keine Echtzeit-Kurse. Vor kurzem habe ich außerdem etwas verkauft, und es hat über eine Woche gedauert, bis ich überhaupt eine Veränderung im Depot gesehen hatte, obwohl das Geld schon auf meinem Konto war. Da ist Scalable Capital wirklich besser.

Neben den RoboAdvisors sehe ich in der FIRE-Bewegung immer mehr Decentralized Finance- und ähnliche Anbieter angepriesen wie EstateGuru oder Bondora. Bei beiden Anbietern geht es darum, dass man ein passives Einkommen aufbauen kann. EstateGuru bietet die Möglichkeit, dass man Immobilientransaktionen zwischenfinanziert. Dabei wird man in der Regel mit der Gläubigergemeinschaft in das Grundbuch 1. Rangordnung eingetragen. Die Wahrscheinlichkeit, alles zu verlieren, ist also gering.

Hier muss man aber Nerven behalten, ständig sind Zahlungen verspätet, und ein Kredit ist bei mir ausgefallen. Es kann Monate dauern, bis da wieder Geld reinkommt. Auch hier ist auf Diversifikation zu achten, verschiedene Länder, verschiedene Arten von Krediten, etc.

Bei Bondora Go & Grow finanziert man Konsumentenkredite. In diesem Produkt wird das Portfolio von Bondora gemanaged, daher etwas weniger Rendite (6,75%, nicht garantiert), aber auch weniger Entscheidungen. Es ist nicht möglich, eine größere Summe auf einmal zu investieren. Die monatlich maximal investierbare Summe lag mal bei 200€, momentan liegt sie bei 1.000€. Auszahlungen kosten Geld, übrigens auch bei EstateGuru.